E-Mail-Dialog mit Wolfgang Ullrich


Teil 4


NP, 30.7.19
von mir nun eine Wasserstandsmeldung zum Projekt, es ist etwas technisch, soll Dir aber einen Einblick in den Projektalltag der letzten drei Tage geben, falls es Dich interessiert. Erst heute komme ich nämlich zur Generalprobe, natürlich gab es doch noch unerwartete "Lösungsanforderungen" angesichts der groß angelegten Inszenierung. ;-)
Passend zur Verfremdung des Originalbildes habe ich eine weitere Kamera dazwischengeschaltet, deren Monitorbild ich mit einer lichtstarken, aber mit vielen Objektivfehlern behafteten Linse abfotografieren wollte. Das gestaltete sich dann als ziemliche Fummelei, bis ich zufrieden war.
Spät am Abend hatte ich herausgefunden, dass meine bisherigen Versuche einfach daran gescheitert waren, dass die Testvideos, die ich aus iMovie exportierte und auf das Smartphone übertrug, dort erst verarbeitet werden mussten, und das dauert etwa 10 Minuten, vorher bekommt man das auch bei bestem Willen nicht bei Instagram hochgeladen. Ich habe nämlich ein zwei Tage altes Testvideo vom Smartphone direkt bei Instagram hochladen können: https://www.instagram.com/p/B0gwofcDtJz/

 

WU, 30.7.19
Der Film auf Instagram sieht super aus, das ist Dir nun also perfekt gelungen!
Es sieht also so aus, als könnte das erste Kästchen nun bald gemalt werden. Selbst ich bin schon ganz aufgeregt ;-)


NP, 31.7.19
Nun ist es aber vollbracht, nun auch wirklich, der vorsichtshalber ausgeführte Test mit einer Digitalkamera auf der Schiene brachte einwandfreie, scharfe Ergebnisse.
Während einer Zigarettenpause mit Überlegungen zur endgültigen Lösung erschien mir die Unmenge an Zeit allein für den Makroaufbau mit der alten Contax als völlig irre, wahnsinnig und vor allem anachronistisch. Aber war das wirklich anachronistisch? Analoges Fotografieren bedeutet(e) immer die Abwesenheit von Gleichzeitigkeit und Unmittelbarkeit zwischen Konzeption und Ergebnis. Nur daraus ergab sich die Notwendigkeit einer vor allem technischen Professionalität im Sinne der standardisierten Routine, die das Abwägen und bewusste Kalkulieren aller Eventualitäten im Vorfeld beinhaltet, also immer die Parameter des Versagens zu dessen Vermeidung antizipieren musste.
Dagegen scheint mir nicht nur in der Fotografie die Unmittelbarkeit und Gleichzeitigkeit das Kernmerkmal des Digitalzeitalters zu sein. Das Argument eines vermeintlichen Niedergangs von Fähigkeiten, Handwerk und Technik hat immer den kleinen Teufel des Kulturpessimismus auf der Schulter sitzen - von dem ich selbst bzgl. Maltechniken auch nicht frei bin, wie Du weißt. Was einige Profis mit ihren alten Techniken aber tatsächlich an den digitalen Welten beklagten, ist die fehlende Notwendigkeit komplexer Antizipation. Nicht, weil wir es können, sondern weil die Technik auch die Antizipation der Eventualitäten innerhalb der Werkprozessen standardisiert und damit übernimmt.
Das Versagen als Anachronismus wiederum ist, so glaube ich, auch deshalb der Grund, warum nicht wenige junge Menschen die Analogfotografie für sich neu entdecken. Das hat nichts mit Hipster- oder Nostalgie-Mentalität zu tun, sondern mit Grenzerfahrungen des Nicht-Antizipierbaren fehlender Unmittelbarkeit, die die Digitalwelt nicht mehr bietet. Es ist gleichsam ein Spiel mit sich selbst, wobei das eigene, menschliche, nichtdigitale Selbst im spielerischen Versagen genauso wahrnehmbar ist wie im spielerischen Erfolg.


WU, 31.7.19
Das sind phantastische Überlegungen, auf die Du gekommen bist. Was es bedeutet, in der digitalen, ‚verappten‘ Welt viel weniger antizipieren zu müssen. Ich habe selbst noch nie darüber nachgedacht. Es verkürzt ganz gewiss den Zeithorizont, in dem die Menschen leben, verdichtet die Gegenwart, nimmt aber die Chance, gleichsam gedehnter zu leben, gedanklich gleichzeitig in verschiedenen Stadien eines Prozesses zu sein. Der Meister der Antizipation ist ja der Schachspieler, doch seine Fähigkeiten werden heute kaum noch benötigt. Und Schachcomputer waren mit die ersten Errungenschaften der Digitaltechnik, d.h. in ihr ging es von Anfang an ganz stark darum, Antizipation besser zu leisten, als ein Mensch es kann. Bei der Bildproduktion geht es natürlich um andere Formen von Antizipation, aber immer geht es darum, aufgrund der digital möglichen Schnelligkeit so etwas wie Zukunft gar nicht mehr zuzulassen. Die Veränderung der Zeitwahrnehmung ist gewaltig! Und umso interessanter ist einmal mehr Dein Konzept. Auch unabhängig vom Element analoger Fotografie. Dass Du die Kästchen einzeln malst, dehnt die Zeit extrem, die leere Fläche der Leinwand verheißt eine große Menge an Zukunft, die es bei einer digitalen Produktion nicht gäbe. Man sieht normalerweise immer nur den Faktor der Zeitersparnis, aber genauso wichtig wäre es, den Faktor der Horizontverkürzung zu reflektieren, den digitale Verfahren bedeuten.


NP, 31.7.19
Danke für Deine weiterführenden Gedanken dazu!
"Die Dehnung der Zeit", wunderbar, das ist tatsächlich ein ganz, ganz wichtiger Aspekt meiner Arbeitsweise in der Auseinandersetzung mit Bildern!


NP, 31.7.19
Hier hat die Generalprobe zum Mühebild nach einigen Feinheiten der Choreografie gut geklappt, anbei mal mein Laienspielgruppenskript der Abfolge. Morgen werde ich mal die Zeit stoppen, die ein Kästchen benötigt, gleich übertrage ich noch die Dateien der Speicherkarten aus den 9 Kameras auf den Rechner.
1.    a5100 Pink ON
2.    Klappe ins Bild
3.    Video: Malen
4.    Kamera OFF
5.    Klappe auf Palette
6.    Nex-6 Sigma30 ON
7.    Foto: Palette
8.    Kamera OFF
9.    Contax aufstellen
10.    a5100 Gelb ON
11.    Klappe ins Bild
12.    Video: Analogfoto Drahtauslöser + Film weiterspulen
13.    Kamera OFF
14.    Nex-6 Focotar ON
15.    Foto: Sucherbild
16.    Kamera OFF
17.    a6000: ON
18.    Foto: Bildausschnitt mit Kamera
19.    Nex-5N: ON
20.    Foto: Aufbau
21.    Wiedergabe des Fotos
22.    a5100 Orange ON
23.    Foto: Monitorbild Nex-5N
24.    a5100 Steadycam ON: 36mm
25.    Video: a5100 Orange bis Contax
26.    Video: Zoom Sucherbild
27.    Alle Kameras OFF

 

WU, 1.8.19
Das Skript ist eindrucksvoll! Unglaublich, wie viele Schritte das Kästchen für Kästchen sind, das war mir nicht bewusst. Das dürfte ohne Beispiel sein in der Geschichte der Bilder! Und ich bin so gespannt, wie es Dir während des Werkprozesses ergehen wird.


NP, 2.8.19
Am Ende des zweiten Tages wird hier mit den ersten Fehlern doch klar, dass ich mir und dem Projekt angesichts der Komplexität doch eventuell zu viel zugemutet habe, was natürlich sehr frustrierend war. Ausgerechnet bei den Fotos des Sucherbildes der Contax, die ich bei Instagram zeigen wollte und die neben den Analogfotos eigentlich den ganzen Prozess am besten dokumentieren, habe ich bei 8 Kästchen schon zwei vergessen. Die auf 30 Arbeitsschritte angewachsene Liste des Skriptes ist offensichtlich zu umfangreich. Da reicht eine kurze private Störung, ein Anruf oder andere Kleinigkeiten, schon ist die Gefahr der Dokumentationslücke da.
Jetzt habe ich beschlossen, die Kunstautonomie zu meinem Verbündeten zu machen. Wenn Fehler unweigerlich passieren, kann und sollte ich das nicht ändern, sondern sie als Teil des Konzeptes betrachten, das dadurch wieder neue Möglichkeiten bietet. Ich muss nicht jede Einstellung für jedes Kästchen wiederholen und auch nicht alle Einstellungen und Abfolgen in derselben Art und Weise reproduzieren. Stattdessen werde ich das Element des Spiels in die Dokumentation bringen. Jedes Kästchen wird dokumentiert, aber neben den fürs Projekt zwingenden Analogfotos mit der Contax werde ich nur noch (Stand jetzt) die Videos vom Abfotografieren und vom Malprozess der Kästchen beibehalten. Aber vielleicht nicht einmal diese Videos. Vielleicht spiele ich auch da mit anderen Objektiven, Brennweiten, Ausschnitten. Ich weiß zwar selbst noch nicht, was mir da alles einfällt, aber ich habe neben genug zusätzlichen Kameras und Objektiven genug Ideen.
Du darfst also gespannt sein, was es neben den sorgfältig schrittweise angefertigten Analogfotos sonst noch geben wird. Ich befürchte zwar ein Chaos an Bildwelten, aber dieses Chaos als Spiel bekommt gerade einen sehr großen Reiz ;-)


WU, 3.8.19
Ich finde das, was Dir am zweiten Tag passiert ist, überhaupt nicht schlimm oder gar misserfolgshaft. Ideen müssen sich immer in der Praxis bewähren oder modifizieren - so auch hier. Wäre es nur darum gegangen, ein Programm zu schreiben, das dann von einem Gerät ausgeführt wird, wärst Du bereits fertig gewesen mit der Arbeit. Aber Du hast Dich ja bewusst für die analog-händische Ausführung entschieden. Und da ist ja gerade interessant, welche Grenzen sichtbar werden. Und was aller Antizipation zum Trotz nicht einfach umzusetzen ist.
Deine Entscheidung ist auf jeden Fall genau die richtige! Ich finde es sehr gut, wenn nun noch ein flexibles Element in das Projekt kommt und es offen für spontane Wechsel und Varianten ist. Das „Chaos an Bildwelten“ wird der Arbeit eine zusätzliche Dimension geben, Du wirst dem Thema der Rolle von Bildern in der heutigen Welt damit umso besser gerecht. Wann und wie entstehen sie? Was bewirken sie? Wo ist ihr Ort? Auf all diese Fragen liefert Dein Projekt starke Antworten.
Also: Lasse Dich bitte nicht entmutigen! Sei stolz darauf, dass Du wirklich bis an die Grenzen gegangen bist - und nun, dort angelangt, programmatisch-konzeptuell noch weiter gelangst!


NP, 3.8.19
Vielen Dank für Deinen Zuspruch!
Ich lasse mich zum Glück nicht so schnell entmutigen, und Fälle der unmittelbaren Einsicht einer unlösbaren Strategie sind bei mir selten. Dass das hier nicht so ganz geklappt hat, liegt auch an der fehlenden Routine, das ist ja etwas völlig Neues und in diesem Umfang zumindest mir nicht bekannt Vorhandenes, auf das ich hätte aufbauen können.
Ganz neu ist die Idee des Vorgehen nicht, es lag nahe, orientiert es sich doch am geplanten Konzept für die Wagner-Fotoreihe mit meiner Objektivsammlung, für das ich umgekehrt einzelne Ideen des Mühe-Projekts übernehmen wollte. Ich bin also sehr guter Dinge.


WU, 4.8.19
Sehr gut, lieber Nils, es freut mich, dass Du die kurze - und sicher notwendige - Krise überwunden hast und nun auch die Vorteile des modifizierten Konzepts als solche anerkennen kannst! Dass Deine Objektivsammlung nun zum umfassenden Einsatz kommt, ist ein wichtiger neuer Aspekt, gerade was die Reflexion von Bildgebung anbelangt, die ja das gesamte Projekt ausmacht. Didi-Hubermans Buch über die Auschwitz-Fotos heißt ja „Bilder trotz allem“ - und Dein Projekt macht das über das konkrete Sujet hinaus zum Thema. Im Vergleich der mit verschiedenen Objektiven gemachten Bilder wird man deren Bedingtheit noch besser begreifen als andererseits schon durch die Verpixelung.


NP, 4.8.19
Ich habe gestern und heute zu den bereits 9 bestehenden noch weitere Kameras aktiviert und für jede ein passendes Objektiv gewählt, die habe ich mal aufgereiht, anbei. Alle 17 Modelle passten nicht aufs Bild ;-) Die werden natürlich nicht alle je Kästchen/Arbeitsschritt zum Einsatz kommen, ich greife mir spontan ein oder zwei Exemplare und mache einfach Fotos innerhalb des Ateliers von der Gesamtsituation: Impressionen, Details und Makroaufnahmen vom festen Dokumentationsequipment. Vermutlich aktiver als am Anfang wird dabei die "Klappe" zum Einsatz kommen.
Was bleiben soll, sind je Kästchen die Videoaufnahme des Malprozesses, die Videoaufnahme des Auslösens und Weiterspulens der alten Contax-Kamera und ein Foto von der Malpalette. Alles andere ergibt sich frei.

WU, 4.8.19
Ich finde das neue Konzept nun ganz phantastisch! Die Mischung von festen und flexiblen Bestandteilen des Bildprogramms verheißt maximale Reflexionsmasse und damit auch Erkenntnis.


NP, 10.8.19
Die erste Reihe steht, also 44 Kästchen. Doch anstatt mich zu grämen, dass das auf den ersten Blick nicht so viel ist, bin ich angesichts der parallel entstandenen Fotos und Videos doch zufrieden.
Der Malprozess selbst (außerhalb des Anmischens des Farbtons) dauert eigentlich nur eine Minute, die restlichen 30 Minuten pro Kästchen werden dann für die Dokumentation in Anspruch genommen.
Für die erste Reihe gibt es nur aus diesen Kameras ca. 300 Fotos. Dazu dann noch: 132 Videos von Malprozess, von der Fotoauslösung mit der Contax und von einem Schwenk des Aufbaus. Die anderen Kameras aus der Ordnerstruktur ergeben nochmal 264 Fotos.
Insgesamt also rund 550 Fotos und 132 Videos für 44 Kästchen.
Jetzt stehe ich natürlich vor der Aufgabe, die ganze Masse an Daten zu verarbeiten, obwohl die Speicherkarten noch nicht einmal zu einem Fünftel belegt sind. Gestern Abend habe ich deshalb beschlossen, alle Fotos und Videos pro Kästchenreihe zunächst abzuspeichern. Ich kann dann bestimmen, wann ich welche Fotos und Videos wo veröffentliche.


WU, 10.8.19
Wow - das ist ein eindrucksvolles Verhältnis - 1:30 zwischen Mal- und Dokumentationszeit. Post- und Paraproduktion sind hier eindeutig und so sichtbar wie noch nie zur Hauptsache geworden - das allein macht Dein Projekt zu einem Denk-mal! Und dürfte, wird das mal öffentlich, zu vielen Debatten Anlass geben, in denen es um den Status der einzelnen Bilder und Videos gehen wird, um ihr Verhältnis untereinander, um Rangordnungen und die Frage, was nun ‚eigentlich‘ das Werk ist. Diese Themen mögen alle für sich nicht neu sein, aber niemand hat sie so radikal zur Debatte gestellt wie Du mit Deinem Projekt!
Mittlerweile finde ich es umso besser, dass Du nicht parallel zur Entstehung schon Material postest. Damit wäre die Abhängigkeit der dokumentierenden Bilder gegenüber dem gemalten Bild zu eng, sie stünden wirklich nur im Dienst der Dokumentation. Indem Du erst später entscheidest, was Du mit dem Material machst, hast Du ganz andere Freiheiten, ja kannst daraus neue Formen von Werk, von Publikation, von Prozess entwickeln. Und das unschätzbar wertvoll.
Ich staune, was Du auch technisch immer wieder und nach wie vor für Herausforderungen bestehen musst. All der Speicherplatz allein… Und das Sichern, Konvertieren etc. der Dateien. Aber es ist auch wichtig, überall wirklich bis an die Grenzen zu gehen - an die der menschlichen Konzentrationsfähigkeit genauso wie an die der technischen Leistungsfähigkeit.


NP, 10.8.19
Du hast das ganze sogar ins Verhältnis gesetzt, so hatte ich das noch gar nicht gemacht. So gesehen, ist 1:30 wirklich eine ziemlich große Angelegenheit, auch wenn ich das etwas reduzieren will.
Großartig vor allem, was Du über die Abhängigkeit und Freiheit der dokumentierenden Bilder zum gemalten Bild schreibst!


NP, 14.8.19
Nach etwa 8 oder 10 Fotos der zweiten Reihe hörte sich die Contax plötzlich "nicht mehr gut an". Der senkrechte Lamellenverschluss brauchte gefühlt plötzlich viel länger und es gab einen kleinen Widerstand beim Weitertransport des Films. Nach 18 Kästchen war der Film dann voll, und beim Öffnen erkannte ich dann, dass der Transportmechanismus des aus zwei Teilen bestehenden Lamellenverschlusses gerissen sein musste. Ich wusste, dass das ein Hauptproblem des Contax-Systems war, da entsteht ein unglaublich hoher Druck beim Aufziehen des Verschlusses, die 80 Jahre alten Bänder bestehen außerdem aus Seide. Da das Licht durch das Objektiv ununterbrochen in die dunkle Kammer der Kamera eindringen konnte, ist der Film vermutlich komplett verloren.
Das hat mich überhaupt nicht geschockt, es ist ein Teil des bewussten Kontrollverlustes, der die Möglichkeit des ständigen Scheiterns einzelner Abläufe oder Projektbestandteile einschließt. Da ich lediglich die extra gekauften Analogfilme und das alte Carl-Zeiss-Objektiv aus Jena mit der Makro-Vorsatzlinse weiterverwenden will, habe ich zunächst versucht, das ganze an eine Minolta-Kamera zu adaptieren, das klappte aber nicht wie gewollt. Dann fiel mir ein, dass ich auch noch "Kiev-Kameras" habe. Im Zuge der Reparationszahlungen hatten die Sowjets nach dem Krieg die gesamte Fertigungslinie der Contax-Produktion aus der Dresdner Innenstadt nach Kiew verlagert. Diese 1:1-Contax-Kopien nannten die Sowjets dann entsprechend dem neuen Fertigungsstandort in der Ukraine "Kiev", so dass mein Vorkriegs-Zeiss auch an die Kievs aus den 1960er Jahren passt. Nun kann ich also weiter analog mit dem Vorkriegs-Zeiss inkl. Makro-Vorsatzlinse fotografieren und ebenfalls weiterhin das Sucherbild abfotografieren.
Da die Contax von 1940/42 ein wichtiges Element meines Projekts darstellt, reichte es mir dann natürlich doch nicht, sie einfach nur abzufotografieren.
Während das Zeiss-Objektiv nun vor einer Contax-Kopie steckt, habe ich die zur Kiev gehörende, sowjetische Kopie des Zeiss Sonnars an die geöffnete Contax befestigt, ist ja alles kompatibel. Anschließend habe ich den Lamellenverschluss halb aufgezogen, der wie ein Vorhang den Blick auf das vom Objektiv wiedergegebene (auf Grund der Optikgesetze auf dem Kopf stehende) Abbild wiedergibt.
Dann habe ich mit einem Makro von hinten durch die Kamera fotografiert, als Testobjekt hier die Malvorlage auf der Feldstaffelei.

(Nur am Rande: das ist nicht direkt fotografiert, vielmehr ist die Malvorlage eine Spiegelung, der Kamera-Aufbau ist hier auf dem Schreibtisch, die Feldstaffelei steht ganz woanders. Ich habe einfach das ausgeschaltete Smartphone so platziert, dass die Spiegelung des Atelierraumes genau die Feldstaffelei wiedergab.)
Jetzt überlege ich, wie ich einen simplen Aufbau realisiere, um die Kästchen des Mühebildes selbst oder das Display einer Kamera abfotografiere, ich glaube, das wäre der Bedeutung der Contax in meinem Projekt angemessen.


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E-Mail-Dialog mit Wolfgang Ullrich, 73 Seiten
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