Über die Kontingenz von Bildern

Was ist ein Bild? Welche Bedeutung spielen dabei Singularität, Reproduktion und Variation in digitalen oder analogen Bildkulturen? In meinen Arbeiten versuche ich, das Wesen und die Erscheinungsformen von Bildern als zweidimensionale Artefakte zu hinterfragen, konzeptuell zu erfassen und mit den Mitteln der Malerei und Fotografie zum Gegenstand meiner Projekte zu machen. 

Der Artefakt-Charakter interessierte mich seit meinem ersten Ölbild im Jahr 1981. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre begann ich mit der Umsetzung von Einzelmotiven in verschiedenen Maltechniken. Dieses Interesse führte mich in die Gemälderestaurierung und kurze Zeit später in meine langjährige Tätigkeit als Kopist.

Kästchenbild nach einem Rembrandt-Motiv
Umsetzung nach Rembrandt, „Landschaft mit Steinbrücke“, 2016, 24 x 30 cm

Um nicht mehr in einen technikbasierten Stil zu geraten, male ich seit 2016 meine Bilder in einem Raster aus quadratischen Farbfeldern in simpler Alla-Prima-Technik. Das feste Raster mit quadratischen Feldern ist in der strengen formalen Anordnung von verpixelten Bildern bekannt, es folgt der Logik von Bildschirmpixeln als kleinste Einheit digitaler Bilder. Die Vorlagen erzeuge ich digital. Ein gemaltes  Bild dokumentiert, archiviert und bewahrt alle Ungenauigkeiten, Fehler und Pentimenti im Zuge des Malprozesses.  


Nils Pooker

Ich arbeite und lebe als Künstler in Kiel.

Beruflich startete ich als Gemälderestaurator mit Stationen in Lübeck, Detmold und Bonn. Von 1993 bis 2001 war ich als Auftragskünstler und Gemäldekopist tätig, von 2001 bis 2017 habe ich vorwiegend als Webdesigner gearbeitet. Meine alte Website zu Kopien und Auftragsarbeiten mit vielen aus heutiger Sicht schlechten Scans von Dias und Abzügen (letzter Stand 2000) liegt hier, ältere Texte zu Kunst, Malerei und Maltechnik hier: KUNST.mi.mol.een.utgeben.