Projekt „Autopsie einer Bildkritik“: Kreidefelsen, 2018-2020

80.000 Fotos. 5.000 Videoclips. 73 Seiten.


Mit meinem bislang größten Projekt war ich von November 2018 bis November 2020 beschäftigt. Die Bildktitik an einem Foto von Andreas Mühe beinhaltet eine Umsetzung als Gemälde, dessen Genese ich fotografisch und filmisch begleitet habe. Diese Projektdokumentation nahm zusammen mit parallel erstellten Texten und einem E-Mail-Dialog mit dem Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich einen weitaus größen Raum der Projektarbeit ein als das Gemälde selbst.


Pathos als Problem

Eine Serie des deutschen Fotografen Andreas Mühe (geb. 1979) trägt den Titel „Neue Romantik“. Die Deichtorhallen Hamburg zeigte diese und andere Serien Mühes 2017 in der Ausstellung mit dem Titel „Pathos als Distanz“, der ein Schlagwort Nietzsches paraphrasiert. Die Essenz aus geheimnisvollem Pathos, übermächtigem Naturerlebnis und romantisch aufgeladener Präsenz findet sich in einer Fotografie mit dem Titel Kreidefelsen.


Projektdokumentation

Die begleitenden Dokumentation meiner Kreidefelsen-Paraphrase mit 80.000 Fotos und 5.000 bearbeiteten Videoclips ist neben dem Gemälde der konzeptuell wichtigste Teil meines Projektes. Schon zu Beginn der Konzeption hatte ich die dokumentarische Begleitung geplant. Das Dokumentationsprojekt folgt nicht um einen schrittweisen, nach festen Parametern ablaufenden Prozess handelte, sondern um eine Abfolge kurzfristiger Entscheidungen.


E-Mail-Dialog

Für die Kreidefelsen-Paraphrase suchte ich von vornherein den intensiven Dialog mit einem meiner besten Freunde, dem Leipziger Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich. Es entwickelte sich während der fast zweijährigen Arbeit ein ständiger Austausch über E-Mail oder Twitter-Nachrichten, der am Ende inklusive Bildmaterial 73 Word-Seiten füllte. Wir beschlossen gemeinsam, diesen Dialog als wichtige Dokumentation der Projektgenese zu veröffentlichen.